Pressemitteilung vom 16.11.2021

Jugendhilfeausschusssitzung vom 10.11.2021

 

Am 10.11.2021 fand die erste öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Saal des Landratsamtes unter Vorsitz von Landrat Willibald Gailler statt. Landrat Gailler verwies auf die wachsende Bedeutung des Jugendamtes, die sich an der Größe des Sachgebiets wiederspiegele.

Der Jugendhilfeausschuss hat sich nach der letzten Kommunalwahl neu zusammengesetzt. Jugendamtsleiter Andrè Schilay informierte die neugewählten Mitglieder über die Aufgabenbereiche, die Leistungsangebote und die Fallzahlen im Jugendamt. Gerade im Bereich der Sozialpädagogischen Familienhilfe ist ein auffälliger Anstieg zu verzeichnen. So werden momentan 153 Familien begleitet, davon kamen im Jahr 2021 74 Familien neu dazu. Das ist unter anderem auch der pandemiebedingten Situation geschuldet. Nachdem die Kinder ihre Zeit vorwiegend zuhause verbringen treten Probleme dort nun auch verstärkt auf. Einigen Eltern sei durch die enge familiäre Situation jetzt erst die Schieflage in ihrer eigenen Familie bewusstgeworden. Im Bereich der frühen Hilfen ist diese Entwicklung ebenfalls festzustellen.

Es zeigt sich, dass die die Heimunterbringung stetig gesenkt werden kann. Allerdings geht im Gegenzug die stationäre Unterbringung im Bereich der seelischen Behinderung stetig nach oben.  Auch bei den sonstigen Unterstützungsleistungen im Bereich der seelischen Behinderungen – diese reichen von ADHS über Traumatisierungen bis hin zu körperlicher und sexualisierter Gewalt – ist ein Anstieg zu verzeichnen.

Der Bereich der Jugendsozialarbeit an Schulen wird stetig aufgebaut, so Kreisjugendpfleger Oliver Schmidt. In 10 Schulen im Landkreis gibt es bereits Jugendsozialarbeit. Für das Sonderpädagogische Förderzentrum Parsberg liegt ein Antrag zur Bedarfsfeststellung vor, das Sonderpädagogische Förderzentrum Neumarkt sowie die Mittelschulen Parsberg und West Neumarkt beantragen jeweils eine Stellenaufstockung ihrer sozialpädagogischen Fachkräfte. Auf Nachfrage wurde von Landrat Gailler ergänzt, dass nicht in jeder Mittelschule diese Angebotsform genutzt werde. Aber sobald ein Antrag vorliegt, werde dieser fachlich fundiert geprüft und bei Bedarf unterstützt.

Daraufhin stellten Frau Landsberger und Frau Lang von der Koordinierenden Kinderschutzstelle –Netzwerk frühe Hilfen – die Kinderschutzkonzeption des Landkreises den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses vor. Es gehe darum, ein tragfähiges Frühwarnsystem zu schaffen. Kinderschutz darf nicht nur reaktives Agieren sein, sondern muss durch präventive Angebote frühzeitig Überforderung und Vernachlässigung entgegentreten. Gerade durch die Vernetzung der Beratungsstellen, Jugendhilfeeinrichtungen und vieler anderer Kooperationspartner kann eine tragfähige Struktur des Kinderschutzes aufgebaut werden. Durch steigende Geburtenzahlen im Landkreis werde auch dieses Angebot immer wichtiger. Angebote wie die Unterstützung durch Familienhebammen, Familienbegleitung, präventive Gruppenangebote und KoKi-Clearing können hier wertvolle Unterstützung bieten.

Herr Schilay ergänzte, dass es im Jugendamt Neumarkt aktuell eine verpflichtende Fortbildung für alle pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema fachliche Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung gebe.

Die gewählten Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sind:

Jürgen Kohl, Maria Deß (CSU); Ulrike Nißlbeck, Regina Weidinger (FW); Anita Felkel (Bündnis 90/Die Grünen); Erna Späth(SPD); Bernhard Schinner (Caritas); Bastian Brauwer (BRK); Andreas Moser (Lebenshilfe e.V.); Gudrun Faltus (Regens-Wagner-Stiftung); Markus Ott, Norbert Nießlbeck (Kreisjugendring); Eva Kanetzky (Gesundheitsamt), Josef Riedl (Pädagogisches Zentrum Parsberg)

Ergänzt wird der Jugendhilfeausschuss durch beratende Mitglieder aus den Bereichen Agentur für Arbeit, Amtsgericht, Evangelisches Dekanat, Gleichstellungsstelle, Katholisches Pfarramt, Kreisjugendring, Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Polizeiinspektion, Staatliches Schulamt