Pressemitteilung vom 04.02.2022

Im Landkreis tut sich was für Mädchen und junge Frauen. Vor zwei Jahren mit Begleitung durch die Hochschule Landshut gegründet und als beratendes Gremium an die Gleichstellungsstelle im Landkreis Neumarkt angegliedert, arbeiten mittlerweile fünf junge Frauen daran, den Landkreis Neumarkt für Mädchen und junge Frauen attraktiv zu machen.

Insbesondere in den letzten Monaten hat sich einiges getan. So wurde Johanna Mederer (von Beginn an dabei, Jura-Studentin aus Deining), zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion mit unter anderem Staatsministerin Carolina Trautner eingeladen. Bei der Fachtagung „Demokratie? Geschlechtergerecht“ der Hochschule Landshut war es Ziel herauszufinden, welche Hindernisse sich jungen Frauen auf dem Weg in politische Ämter stellen, und wie diese zu einem Engagement motiviert werden können.

Mit den Ergebnissen des Neumarkter Workshops „Wonder Girlz“ unter Leitung von „Demokratie on tour“ der LAG Mädchenpolitik Bayern konnte einiges in die Diskussion mit Frau Trautner eingebracht werden was es zu verändern gilt.

Beim Wonder Girlz Workshop wurden bisherige Projekte der Beirätinnen weitergedacht, neue Ideen dazugewonnen und Projekte aufeinander abgestimmt. Eine ganz zentrale Forderung die immer wieder thematisiert wurde, war es, Räume und Angebote für Mädchen und junge Frauen zu schaffen. Diese müssten wohnortnah und doch geschützt sein um auch Beratungsbedarfen für Mädchen und junge Frauen zu entsprechen die von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind.

Aufbau mädchenpolitischer Vernetzung, strukturelle Aufwertung des Beirats junger Frauen und ganz dringend: Geld für Projekte der Beirätinnen waren wichtige Forderungen der Teilnehmerinnen.

Die Beirätinnen junger Frauen, vertreten durch Luisa Hofmann, Johanna Mederer, Nicole Brock, Anna Lena Dorr und Corinna Lehmeier haben sich im Nachgang zum Wonder Girlz Workshop erfolgreich um Projektgelder aus dem vom Bayerischen Jugendring ausgeschriebenen „Jugendbudget“ bemüht und konnten so für die geplanten Projekte „Luisa ist hier“ und „Schutzcafè“ erfolgreich den Zuschlag für Fördergelder bekommen.

Ab dem 01.03.2021 startet im Cafè Immergrün in der Pulverturmgasse 4, Neumarkt ein Schutzcafè. An jedem ersten Dienstag im Monat bietet sich hier die Möglichkeit für von Gewalt betroffene Menschen Unterstützung zu bekommen. Das Cafè wird von qualifiziertem Fachpersonal geleitet.

Ziel des Projekts Schutzcafé ist die Prävention von sexuellem Missbrauch, insbesondere auch durch die Umsetzung des Projekts „Frag nach Luisa“, dass auf den Landkreis Neumarkt zugeschnitten und dort etabliert werden soll. Mit dem Schutzcafé entsteht ein Ort des Austausches und des Aufarbeitens an dem sich Opfer von (sexueller) Gewalt und Menschen in schwierigen Situationen mit einem Gefühl der Sicherheit austauschen können.

„Luisa ist hier“ setzt bei der Prävention an. Luisa ist ein Hilfsangebot für Frauen beim Feiern und Weggehen, die aus einer unangenehmen, bedrohlichen oder belästigenden Situation fliehen möchten. Hierfür soll das Personal von Kinos, Restaurants, Clubs und Schwimmbädern geschult werden. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Frauen ans Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe. Die Frau entscheidet selbst, welche Hilfemöglichkeit sie in Anspruch nehmen will, z.B. ein Taxi oder Freund*innen anrufen.

Kontakt Beirätinnen* junger Frauen Neumarkt: beiratjungerfrauen.neumarkt@gmx.de